Willkommen in der neuen Realität.

»Treten Sie nicht ein, wir sind schon voll.« – »Aber wieso? Hier sind doch kaum Menschen im Raum.«
»Wir sind doppelt und dreifach ausverkauft, am Ende unserer Kräfte und machen uns bereit für’s Surfcamp, denn bald dürfen wir endlich rauf auf die kommende Insolvenz-Welle.«

So könnte sie sein: die neue sächsische Normalität.
Nein, so ist sie: die neue sächsische Normalität.
Auch wir wurden, wie unzählige andere Veranstalter:innen, von der neuen Corona-Schutzverordnung überrollt und sind jetzt erneut dazu gezwungen das TransCentury Update abzusagen.

Den teilnehmenden Künstler:innen und Bands, Filmemacher:innen, Veranstaltungstechniker:innen und beteiligten Spielstätten haben wir dies bereits mitgeteilt. Hiermit einhergehen natürlich nicht nur zunichte gemachte Planungen, sondern auch Verdienstausfälle, bereits entstandene Kosten und erbrachte Leistungen (einige Bands befinden sich bereits auf umfangreicheren Touren), die von uns, dem Festival, oder den betroffenen Personen kompensiert werden müssen.

Das ist um so ärgerlicher und unverständlicher, als unsere Vorbereitungen, die für unser Festival seit Monaten laufen und seit der Einführung des 2G-Modells eine echte Perspektive bestand. Anders als im letzten Jahr hatten wir die benötigte Planungssicherheit. Wir wussten, dass wir dieses Jahr an einer anderen Stelle stehen als in 2020, als es noch keine Möglichkeit gab sich impfen zu lassen.
Dennoch haben wir mit Vorsicht geplant und eine limitierte Anzahl von Karten in den Vorverkauf gegeben, sodass wir auf etwaige Regulationen hätten reagieren können und das Festival im Zweifelsfall trotzdem hätte stattfinden können. Mit der Einführung der Maskenpflicht, des Mindestabstands und der damit verbundenen Kapazitätsbeschränkung bei 2G-Veranstaltungen hat allerdings niemand gerechnet. Nach Absprache mit dem Gesundheitsamt und der örtlichen Sicherheitsbehörde war dann schnell klar, dass wir unter den geltenden Beschränkungen keine Veranstaltung, auch nicht mit begrenzter Zuschauer:innen-Anzahl, durchführen können. Stop, das ist nicht ganz richtig: Wir könnten eine Veranstaltung durchführen, aber nur für etwa 30-40 Leute, müssten also entscheiden, welche Ticketbesitzer:innen zum Festival kommen dürfen und welche wir ausladen. Und das einhergehende immense Defizit müssten wir dann aus eigener Tasche zahlen.

Die neue Verordnung sticht wie ein Dolch in das Herz der Kultur und bleibt darüber hinaus zu großen Teilen unverstanden. Wir hoffen natürlich, dass sie Wirkung zeigt, fühlen uns aber zugleich im Stich gelassen und missachtet.

Das TransCentury Update 2021 ist Geschichte und wir müssen jetzt erstmal schauen, wie es für uns weiter geht. Selbstverständlich können ab heute alle Tickets über unseren Ticketanbieter TixForGigs zurückgegeben werden. Für euch besteht gleichzeitig die Möglichkeit euer Festival-Ticket (ebenso die Early-Fox und Early-Bird Tickets) zu behalten und für nächstes Jahr zu nutzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es 2022 ein TransCentury Update geben wird, wovon wir an dieser Stelle ausgehen.

Der sächsische Kulturbetrieb braucht nun dringend Klarheit und Möglichkeiten finanzielle Kompensation für Betriebsausfälle zu beantragen.
Ein erneuter Lockdown – ob dezidiert verhängt oder wie jetzt: indirekt verordnet – wird die noch vielfältige Kulturlandschaft hart treffen und vor neue, unüberwindbare, Hürden stellen.

Wir können an dieser Stelle die Stellungnahme des IfZ, die Pressekonferenz der LISA und den aktuellen Kreuzer Artikel »Ohne Vorwarnung« empfehlen. Danke an alle Menschen, die aktiv Kultur unterstützen. Es geht hier nicht um uns, es geht um Alles.